Tarifabschluß in der westdeutschen Stahlindustrie

In der vierten Verhandlung der diesjährigen Tarifrunde für die ca. 75.000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen haben sich die Tarif-vertragsparteien nach 13-stündiger Verhandlung auf einen Tarifabschluß mit folgenden Eckpunkten geeinigt:

1. Ab 01.07.2014 Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,3 %, ab 01.05.2015 um weitere 1,7 %.

 

2. Erhöhung der Ausbildungsvergütungen ab 01.07.2014 einheitlich für alle Ausbildungs-jahrgänge um 36,00 EUR/Monat.

3. Mindestlaufzeit der Entgeltabkommen bis zum 31.10.2015 (17 Monate).

4. Abschluß eines Tarifvertrages über den Einsatz von Werkverträgen.

5. Verlängerung des Tarifvertrages über Altersteilzeit mit Anpassung an die Rente mit 63.

6. Verlängerung des Tarifvertrages zur Beschäftigungssicherung bis zum 31.01.2018.

 

Helmut F. Koch, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl, erklärte dazu:

„Es war die erwartet schwierige Tarifrunde. Beim Entgelt haben wir uns bis an die Schmerzgrenze bewegen müssen. Zugestimmt haben wir letztlich wegen der relativ langen Laufzeit. Die Regelungen zu Werkverträgen konnten so gestaltet werden, daß bestehende betriebliche Regelungen ausreichend widergespiegelt werden und die notwendige Entscheidungsfreiheit bei unseren Mitgliedsunternehmen verbleibt. Die Ausgestaltung des verlängerten Altersteilzeittarifvertrages hat zu gewährleisten, daß durch die Möglichkeit des abschlagsfreien Rentenbezuges ab dem 63. Lebensjahr Besser- oder Schlechterstellungen vermieden werden. Der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung sichert Bewährtes und trägt zudem der Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt Rechnung.“

Gelsenkirchen, den 08. Juli 2014

Arbeitgeberverband Stahl e.V.

gez. Strippelmann