1. Tarifverhandlung für die westdeutsche Stahlindustrie

Heute fand in Düsseldorf die erste Verhandlung der diesjährigen Tarifrunde für die ca. 75.000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen statt. Die IG Metall forderte eine Erhöhung der Tariflöhne und -gehälter sowie der Ausbildungsvergütungen um 7 %. Außerdem verlangt sie die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung als Regelfall sowie eine Verbesserung des tariflichen Anspruches auf Altersteilzeit.

Dipl.-Kfm. Helmut F. Koch, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl, erklärte dazu:

„Mit ihrer 7 % Forderung weckt die IG Metall eine Ergebniserwartung, die vollkommen unrealistisch ist. Die Konjunkturaussichten für die Stahlindustrie sind keineswegs rosig. Im Gegenteil, ein namhaftes Wirtschaftsforschungsinstitut (RWI) hat für 2012 gerade erst einen Produktionsrückgang um 7,9 % prognostiziert. Dazu paßt die ‚Schönwetterforderung‘ der IG Metall überhaupt nicht.

Die grundsätzliche Übernahme aller Ausgebildeten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis würde mehr schaden als nützen. Zwangsläufige Folge wäre nämlich ein Absinken der bislang weit überdurchschnittlichen Ausbildungsquote in unserer Industrie auf das unbedingt notwendige Maß. Kein im Wettbewerb stehendes Unternehmen kann sich dauerhaft einen Personalüberhang leisten.

Das Thema Altersteilzeit sollte ebenfalls mit Augenmaß behandelt werden. Weitere Kostensteigerungen in diesem Bereich würden die bislang verbreitet bestehende Akzeptanz der Altersteilzeit belasten. Das sollten wir im Interesse eines möglichst langfristigen Erhalts dieses Instruments der Personalpolitik vermeiden.“

 

Die 2. Verhandlungsrunde wurde für den 7. November 2011 verabredet.

 

 

Düsseldorf, den 21. Oktober 2011

 

Arbeitgeberverband Stahl e.V.

gez. Strippelmann