Tarifabschluß für die westdeutsche Stahlindustrie (2010)

Heute fand in Düsseldorf die dritte Verhandlung der diesjährigen Tarifrunde für die ca. 85.000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen statt. Auch in dieser Verhandlungsrunde stand das gesamte Forderungspaket der IG Metall auf der Tagesordnung. Vor dem Hintergrund der von der IG Metall für den Fall einer Nichteinigung wiederholt angekündigten Eskalation stimmten wir schließlich einem Verhandlungsergebnis zu, das durch folgende Eckpunkte gekennzeichnet ist:

 

- Für September 2010 eine Pauschale in Höhe von 150,00 EUR,

- Erhöhung der Löhne und Gehälter mit Wirkung vom 1. Oktober 2010 um 3,6 %,

- Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um jeweils 40,00 EUR monatlich,

- Gesamtlaufzeit der Entgeltabkommen: 14 Monate,

- Abschluß eines Tarifvertrags zur Bezahlung der Leiharbeit.

 

Dipl.-Kfm. Helmut F. Koch, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl, erklärte dazu:
„Das Volumen der Entgeltanhebung belastet unsere Mitgliedsunternehmen erheblich. Wegen der Rahmenbedingungen der diesjährigen Tarifrunde war jedoch keine moderatere Erhöhung einigungsfähig. Hier war insbesondere nicht hilfreich, daß ungebetene Ratgeber, u.a. aus der Politik, öffentlichkeitswirksam kräftige Lohnerhöhungen forderten.

Positiv zu bewerten ist, daß der vereinbarte Prozentsatz mit einer verlängerten Laufzeit verknüpft werden konnte. Der Tarifvertrag zur Bezahlung der Leiharbeit regelt eine bislang schon auf betrieblicher Ebene geübte Praxis, er läßt unternehmerische Freiheit und Flexibilisierungsmöglichkeiten im notwendigen Umfang bestehen. Erfreulich ist auch, daß die Forderung nach zusätzlichen bezahlten Freischichten abgewehrt werden konnte und statt dessen Verhandlungen über eine Weiterentwicklung des Tarifvertrags zur Gestaltung des demographischen Wandels vereinbart wurden.“

 

Düsseldorf, den 30. September 2010

 

Arbeitgeberverband Stahl e.V.

 gez. Strippelmann